Die Wolfsgrube

In den weiten Gebieten des Pfälzerwaldes und der Vogesen gab es in früherer Zeit viele Bären, Wölfe, Luchse und Füchse. Schon während des Mittelalters machten die Menschen gnadenlos Jagd auf alles Raubwild. Bald waren Bären und Luchse ausgerottet. Nur die gefürchteten Wölfe trieben weiter ihr Unwesen.

 

Keiper berichtet in seiner „Pfälzischen Forst- und Jagdgeschichte“ (Speyer, 1930), dass im Jahre 1846 im Zweibrücker Land vier Wölfe erledigt wurden. Der letzte Wolf wurde im Jahre 1874 im Hornbacher Staatsforst bei einer Treibjagd zur Strecke gebracht.

 

Während der napoleonischen Zeit bezahlte der Staat nach einer Verordnung aus dem Jahre 1811 für einen erlegten Wolf 1 Gulden und 30 Kreuzer, für eine Wölfin sogar 2 Gulden. Oberförster Konrad Becker, der aus Wilgartswiesen stammte und in Hofstätten Dienst tat, erhielt für einen Wolf sogar 3 Gulden bezahlt.

 

Wie im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert Wölfe erledigt wurden, können wir heute noch an einem Ausläufer des Göckelberges sehen. Geht man in der Sportplatzstraße die Goocht hinauf, zweigt auf der Höhe ein Waldweg ab, der in Richtung Aufelsen führt. Kurz nach der Wegeinmündung findet man eine runde, aus Quadersteinen ausgemauerte, brunnentrogähnliche Grube, die heute teilweise zugeschüttet ist. Sie war in früheren Zeiten viel tiefer. Sie hieß schon immer „Wolfsgrube“. Früher wußte man über ihre Zweckbestimmung genau Bescheid. Heute verwundert man sich oft über diesen Namen.

 

In früherer Zeit, in der die dorfnahmen Wälder auch als Viehweide genutzt wurden, waren Wolfsrudel eine ständige Gefahr für die Viehherden. Deshalb wurden diese Raubtiere auch gnadenlos gejagt. Dabei wurden auch Fallgruben, wie zum Beispiel die Wolfsgrube verwendet. In die tiefe, abgemauerte Grube legte man den Kadaver eines Haustieres. Aas- und Wildgeruch zog auch weiter entfernte Wölfe an. Wollte ein hungriger Wolf das tote Tier erreichen, mußte er in die Grube springen. Dort saß er gefangen und konnte nicht mehr entkommen. Er konnte dann leicht von Jägern oder Dorfbewohnern getötet werden.