Weidentalhöhle

Die Höhle im Weidental

 

Etwa 2,5 km von Wilgartswiesen entfernt kommt man über den Auweg am Nordrand des Queichtals in östlicher Richtung zum Weidental. Aus der kleinen Ausraumzone des Weidentals, die früher landwirtschaftlich genutzt wurde, erheben sich die steilen Hänge des 422 m hohen Göckelberges.

 

In einem Hang, der nach Westen hin abfällt, finden wir in 247 m Höhe die Weidentalhöhle, die bei Fachleuten und Kennern der pfälzischen Vor- und Frühgeschichte in den beiden letzte Jahrzehnten für großes Aufsehen gesorgt hat. Sie liefert den Beweis, dass vor rund 8 000 Jahren in unserer Heimat Menschen lebten.

 

Im Jahr 1971 untersuchten Walter Ehescheid aus Wilgartswiesen und Alfons Rohner aus Hauenstein erstmals die Felsenhöhle. Diese erste Erforschung der Weidentalhöhle hatte schlagartig das Interesse der Fachleute geweckt. Im Verlauf der Grabungsjahre 1980, 1983, 1987 und 1989 wurden in den Weidental-Höhlen Belege unterschiedlicher Zeitstellungen ans Licht gebracht, die das wiederholte Wohnen unter Buntsandstein-Abris zumindest während der letzten acht Jahrtausende überzeugend belegen. Der bekannte Archäologe Erwin Cziesla bemerkte: „In und vor der Höhle konnten während bislang 22 Wochen, meist unter Mitarbeit von fünf bis sechs Archäologen auf 70qm Grabungsfläche ca. 5500 Einzelobjekte, d.h. Steinartefakte, Holzkohlen, Keramik unterschiedlicher Zeitstellung, Münzen, Bleikugeln bis hin zu Kragen- und Westenknöpfen sowie ca. 1800 Sandsteine ausgegraben und bezüglich ihrer genauen Lage dokumentiert werden.

 

Im Sommer 1989 konnte ein typisches Scherbenfragment gefunden werden, das auf die ältere Jungsteinzeit hinweist und auf eine Zeit zwischen 5500-5200 vor Christus datiert werden kann. Für den Bereich des Landkreises Pirmasens und sogar des gesamten Pfälzerwaldes ist dies der erste Fund, der auf diese frühe Besiedlung hinweist.

 

Weitere steinzeitliche und jungsteinzeitliche Funde fanden sich auf dem Kohlwoog-Acker etwa 2 km südwestlich von Wilgartswiesen und in der Gewanne „Steckeneck“.

 

Zusammenfassend kann nach den Forschungsergebnissen dieser drei Grabungsstätten folgendes als gesichert gelten:

 

-   Die steinzeitlichen Siedlungsspuren reichen im Bereich der Gemarkung Wilgartswiesen bis in     das 6. Jahrtausend vor Christus zurück.

-   Die Grabungen und Funde bewiesen auch, dass hier in den nachfolgenden Jahrtausenden –     also auch in der Jungsteinzeit und in der Eisenzeit – Menschen lebten.

-   Die Siedlungsspuren beschränken sich nicht allein auf die Vorgeschichte, sie reichen auch in     die römische und karolingische Epoche.

 

Quelle: Chronik der Ortsgemeinde Wilgartswiesen