Ruine Falkenburg

Von weitem erinnert die Falkenburg an eine der vielen bizarren Felsformationen des Wasgaus und des Pfälzerwaldes.

 

Denn obwohl die Falkenburg im Mittelalter und der frühen Neuzeit eine der wichtigsten Burgen in der Region war, muss der Besucher heute schon den Burgberg ersteigen, um die Ruine als solche zu erkennen.

 

Bei der Falkenburg handelt es sich um eine für unsere südpfälzische Region typische, jedoch für ganz Deutschland einzigartige mittelalterliche Wehranlage auf dem 335 m hohen Schloßberg am Westausgang Wilgartswiesens.

 

Eine strategisch äußerst günstige Lage, da die beiden „Altstraßen“ die zum einen von Lothringen über die Reichsstadt Annweiler bis Speyer und zum anderen zur Barbarossaburg nach Kaiserslautern führten, eingesehen werden konnten.

 

Auch zum Trifels, der damals als Staatsgefängnis und zugleich Schatzkammer diente, bestand direkte Sicht- und Signalverbindung.

 

Hauptaufgabe scheint jedoch der Schutz des Pirmansbezirks mit den Dörfern Wilgartswiesen, Spirkelbach und Rinnthal, sowie der Reichsdörfer im Siebeldinger Tal (Godramstein, Siebeldingen und Birkweiler) gewesen zu sein.

 

Wie bei der Wiligartaburg liegen auch die Geschichte und die Entstehung der Falkenburg weitestgehend im Dunkeln. Relativ sicher scheint lediglich die Namensgebung, die von den Falken abgeleitet wurde, die sich in den verwitterten Buntsandsteinfelsen des Wasgaus auch heute noch gerne Brutstätten suchen.

 

Die mittelalterliche Jagdform mit abgerichteten Falken – die sog. Falkenbeize – sowie die Falkenhaltung auf der Burg sind zudem sicher belegt.

 

Der Sage nach soll die Falkenburg von dem Stauferkaiser Friedrich I. in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründet worden sein. In einer Urkunde von 1246 wird erwähnt, dass Isengard die Ehefrau des Reichstruchsessen Philipp von Falkenburg dem König Konrad IV die Reichskleinodien auf dem Trifels übergibt. Somit ist belegt, dass es sich bei der Falkenburg nicht nur um eine Schutzburg, sondern sogar um eine Reichsburg im Umfeld des Trifels handelte.

 

Zeitgenössische Abbildungen der Falkenburg sind nicht vorhanden und durch ihre gründliche Zerstörung von 1689 lässt sich auf der Felsplattform nur noch wenig Mauerwerk vorfinden.

Durch Ausgrabungen des Pfälzerwaldvereines Wilgartswiesen konnten 1926 im Osten des Felsens jedoch 3 Zimmer, ein Keller und der Hauptturm freigelegt werden. Als Überreste des Torturms lassen sich heute noch die Schwellen und Gewändespuren der Tore mit den Nuten der einstigen Verriegelung erkennen.

 

Die Hauptburg beherrschte wohl den Südteil eines fast 180 m langen, 20 m hohen und bis zu 12 m breiten Felsenriffs mit ostwestlicher Ausrichtung, welches 130 m aus dem Talgrund aufragt. Die Unterburg mit Stallungen und dem sog. Ritterhaus lehnt sich auf einer Länge von 60 m und einer geringen Breite am Fuße des Felsens an. Gegenüber sind noch Teile einer Ringmauer zu erkennen, die wohl die gesamte Unterburg umgab.

 

Balkenlöcher zweier Gebäude auf dem Nachbarfelsen belegen, dass sich die Burg früher wohl noch weiter nach Norden ausdehnte.

 

Zwischen der Errichtung der Falkenburg und der Neuzeit liegt ein bewegtes Leben auf dem Burgfelsen.

 

1300 soll die Burg von König Albrecht von Habsburg an Friedrich von Leiningen verpfändet worden sein. Knapp 80 Jahre blieb die Burg in Besitz der Leininger, ehe es in der Folgezeit zu einer Reihe von Pfändungen und Rückverpfändungen kam.

 

Den Dreißigjährigen Krieg überstand die Burg ohne Schaden, wenn sie jedoch auch ein sehr wechselvolles Schicksal hatte. So drangen 1632 schwedische Truppen ins Queichtal vor und besetzten die inzwischen zweibrückisch-leiningische Burg. Durch Kriegslist und Verrat konnte die Burg drei Jahre später wieder durch kaiserliche Truppen erobert werden. Die Falkenburg überstand die folgenden 13 Kriegsjahr ohne Schaden, doch die Dörfer der Pflege Falkenburg insbesondere Hofstätten hatten sehr unter den Kriegswirren zu leiden.

 

In den Kriegswirren des Pfälz. Erbfolgekrieges ereilte die Falkenburg dann ihr Schicksal. Seit 1677 lag eine kleine kurpfälzische Garnison in ihren Mauern, doch um die Verteidigungsfähigkeit der Burg stand es nicht besonders gut. Die Besatzung sah sich 1680 einem französischen Kommando von einem Bataillon Infanterie und drei Batterien Artillerie gegenüber. Als diese am 20. Juni 1680 mit dem Beschuss begann, kapitulierte die Besatzung noch am selben Tag gegen freien Abzug. Ein Jahr später wurde die Burg durch franz. Truppen ruiniert und im Mai 1689 ließ General Montclar das Felsnetz sprengen und vollständig schleifen.

 

Die ins Tal geschleuderten Steine und Trümmer benützten die Einwohner später zum Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser. Erst 1865 wurde die Oberburg wieder zugänglich gemacht. Der Zugang zur Anlage erfolgt vom Westen am Felsen entlang.

 

1926 errichtete der Pfälzerwaldverein Wilgartswiesen eine Holztreppe, die dem mittelalterlichen Aufgang folgt. Sie wurde am 22.08.1926 feierlich eingeweiht und wird auch heute noch benutzt. Obwohl die Holztreppe sehr stabil ist, sollte man beim Erklimmen besser schwindelfrei sein. Doch ist man oben angelangt, wird man mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

 

2015 wurde die Falkenburg durch die Burgen- und Schlösserverwaltung Rheinland-Pfalz saniert und restauriert, es wurden Sicherungsmaßnahmen durchgeführt und ein Geländer angebracht. Nach über einem Jahr wurde der Abschluss dieser Maßnahmen wurde bei den Wiligarta-Tagen 2016 mit historischen Führungen und geführten Wanderungen gebührend gefeiert. Seither ist die Falkenburg ein kleines Schmuckstück und längst kein Geheimtipp mehr!